Erlebnis mit der Communitas GmbH

Etwa zehn lokale Gewerbetreibende aus Bonn-Beuel haben dem örtlichen Kulturinstitut "Brotfabrik" durch einen sponsoring-Vertrag mit der "Communitas GmbH" die Aufstellung von zwei Defibrillatoren ermöglicht. Am 25.1.2019 war die Übergabe im Foyer der Brotfabrik. Anwesend waren 12 Personen: Neben einem Vertreter der "Communitas GmbH" waren zwei von der Brotfabrik, zwei vom Theater Marabu, zwei Journalisten und fünf oder sechs Sponsoren oder auch Zufallsgäste dabei.

 

Die Geräte wurden vorgeführt, dann wurde die Sponsorenwand aufgehängt, es gab einen kleinen Sektempfang. Der Herr von der "Communitas GmbH" war blitzschnell verschwunden.

 

Nach dem deutlich verzögerten Übergabetag (mir war der Herbst 2018 versprochen worden) hatte ich mich ein wenig informiert und war nicht mehr wirklich erstaunt über die Differenz zwischen mündlichen Versprechungen und Realität. Meine Präsentation wurde mir mit "80 x 50 cm" versprochen, im Vertrag stand nichts zur Größe, tatsächlich sind es 35 x 25 cm. Aufhängung wurde "im Foyer, wo alle drauf gucken" versprochen, im Vertrag stand nichts, tatsächlich wurde im Gang zum Klo der Brotfabrik hoch über den anderen Aushängen dort (in über 2 m Höhe) montiert. Die Bezahlung wurde mir in fünf Jahresraten zu einem Fünftel versprochen, im Vertrag steht, es sind drei Raten gleich zu Beginn im ersten Quartal zu zahlen - wird abgebucht.

 

Ich besitze selber einen Defibrillator, es gibt Modelle wie das jetzt der Brotfabrik zur Verfügung gestellte für unter 1.200,- €. Die Unterhaltskosten belaufen sich auf einen neuen Satz Batterien nach vier Jahren in Höhe von 50,- €

 

Meine kleine Anzeige auf der Sponsorenwand hat 2.500,- € gekostet, es lässt sich also leicht errechnen, wieviel die "Communitas GmbH" erlöst hat - netter Stundenlohn. Ich glaube, dass die Leute von der Brotfabrik dies nicht wussten, sondern dass sie von einem Bauernfänger benutzt werden. Eine kurze Internet-Recherche fördert zutage, dass die "Communitas GmbH" unmittelbar entstanden ist, nachdem einer baugleichen Firma "Pro Humanis" per Gerichtsbeschluss das Handwerk gelegt wurde ( Artikel im Generalanzeiger). Ob es Sinn hat, sich zu wehren? Ich fürchte, es nützt nichts und habe das als Lehrgeld verbucht. Nach einem ähnlichen Vorfall beim "Jungen Theater Bonn" werde ich aber künftig dreimal überlegen ob ich jemals wieder Kultur-Sponsoring mache.

 

Ich hoffe, alle beteilgten Sponsoren haben ihren Vertrag spätestens im Nachhinein gelesen und wissen, dass sich auch ihr Vertrag mit der "Communitas GmbH"  automatisch um weitere 5 Jahre verlängert, wenn er nicht gekündigt wird, dann aber mit 20% Erhöhung. Hier der Bericht über das letzte Verfahren gegen "Pro Humanis"

 

Natürlich ist das sehr peinlich, dies öffentlich bekanntzumachen: Wie konnte ich in so eine blöde Falle tappen? Nun, der Vertrag war unübersichtlich, ins Auge stachen nur die Eckpunkte, die wir vorher mündlich ausführlich besprochen hatten: Stimmte alles. Die gemeinen Details hab ich übersehen. Und der ältere Herr, der mir das verkauft hat, wirkte ruhig und seriös. Wie gesagt: Lehrgeld gezahlt - aber ich mach es hiermit bekannt, damit andere es vielleicht rechtzeitig merken können, wachsamer sind.

 

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© Stefan Hampel

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