Vorbereitung zum ölen

 

Wie wird's gemacht - einfach?

 

Das gehobelte Holz wird geschliffen - mit Körnung P 120, längs, beliebige Technik. Schliff mit Excenterschleifer geht auch. Anschließend entstauben.

 

 

Wie wird's gemacht - aufwändig?

 

Nur bei Flächen, die nachher stark beansprucht werden (Tisch- und Arbeitsplatten): Schliff P120, so wie oben beschrieben. Dann: Wässern - einmal mit Leitungswasser richtig nass pinseln, abwischen und an der Luft gut abtrocknen lassen. Danach Zwischenschliff: Die Flächen mit Excenterschleifer P 120, Kanten und Profile Handschliff P 120 schleifen. 

 


Wie wird's nicht gemacht?

 

Nicht feiner schleifen - empfohlen wird von Öl-Herstellern sogar P 80, um das Aufsaugen des Öls beim ersten Ölen noch zu steigern. Der Feinschliff soll dann beim ersten Zwischenschliff abgestuft bis zur gewünschten Körnung erfolgen. Diese Empfehlung kommt jedoch aus dem Bereich Fußbodenlegen, wo als abschließender Schliff P 120, max. P 150 gefordert wird. Wir schließen im Möbelbereich mindestens mit P 240 ab. Ein Vorschliff P 80 würde dafür aber nachher, beim ersten Zwischenschliff, nicht 1, sondern mindestens 2 Schleifgänge benötigen. Deshalb Vorschliff P 120, was erfahrungsgemäß bereits sehr gute Ergebnisse liefert.


Auf "wolkenfreien" Schliff achten: Wer ungleichmäßig schleift, weil etwa eine Fehlstelle auszuschleifen ist, oder die Schleifmaschine ungleich belastet wird, erzeugt "Wolken" im Schleifbild. Die sind mit bloßem Auge im rohen Holz kaum sichtbar, fallen aber nach dem Ölauftrag richtig auf! 

 

Beim Wässern nicht wasserfest verleimter Furnierflächen mit zu viel Wasser können sich Kürschner (Furnierblasen) bilden.


Beim Wässern von gerbstoffhaltigen Hölzern, besonders Eiche, erzeugen winzigste Eisenpartikel aus der bisherigen Werkstückbehandlung, aus Beschlägen oder aus der Pinselbindung tintige Flecken. Kontakt des Werkstücks mit Eisen verhindern, vor dem Wässern mit Bronzebürste Poren in Längsrichtung ausbürsten. 
 

 

Warum wird das gemacht?

 

Schleifen:

Das Schleifen egalisiert die gehobelte Fläche, entfernt die welligen Hobelschläge und eventuelle Ausrisse. Die durchs Hobeln glatte Holzfläche vergrößert sich beim schleifen durch die vielen feinen Riefen im Holz, das bewirkt eine bessere Haftung der Deckschichten. Und schließlich verbessert die größere Rautiefe der Oberfläche das einziehen der Grundierung in die oberen Holzschichten. 

 

Wässern:

Die bei der bisherigen Bearbeitung eingedrückten Holzfasern stellen sich durch das Wässern wieder auf und können vor dem Ölen entfernt werden. Wird das Wässern unterlassen und die fertig geölte Fläche wird später mal nass, dann kann - muss aber nicht – dieses Aufrauen die schön glatte Fläche wieder zerstören. Besonders stark ist das Aufrauen unter Feuchtigkeit bei Schälfurnieren (Multiplex!) und wenn bei der vorhergehenden Flächenbehandlung stumpfes Werkzeug/Schleifpapier verwendet wurde. 

 

Nächster Schritt: Grundieren



 

 

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© Stefan Hampel

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